Zusammenfassung der Studie

Diversity als Herausforderung bei der Betreuung von Studierenden und Lehrenden in international ausgerichteten Weiterbildungs-studiengängen in MINT-Fächern

Diversity in der (wissenschaftlichen) Weiterbildung

Im Verbundprojekt mint.online stellt  Diversity bzw. Diversity-Management ein wesentliches Qualitätskriterium dar, denn durch die Einführung eines Diversity-Managements werden nicht nur gesetzliche Vorgaben zur Gleichstellung erfüllt, sondern es können zudem die Studienzufriedenheit und die Abschlüsse der Studierenden verbessert werden.

Aus diesem Grund wurde eine Studie mit dem Ziel entwickelt, ein Konzept zu entwerfen, welches für die Programme des mint-online Verbunds als Handlungsempfehlung für den Umgang mit Diversity in der wissenschaftlichen Weiterbildung dienen soll.

In einem ersten Schritt wurden hierfür Interviews mit Expertinnen aus dem Bereich Diversity an der Hochschule zu deren Einschätzungen und Erfahrungen hinsichtlich der Notwendigkeit der Einführung und Umsetzung von Diversity-Maßnahmen geführt. Ergänzend wurde, um zusätzlich einen Blick auf die Erfahrungen aus der Praxis der Programme zu gewinnen, eine quantitative Umfrage im mint.online Verbund durchgeführt. Der  Student Lifecycle bzw. der Studienverlauf diente dazu die Diversity-Dimensionen zu kategorisieren. Die Auswertung der qualitativen Experteninterviews und der quantitativen Befragung im mint.online Verbund ermöglichte eine Zuordnung einzelner Diversity-Dimensionen auf die jeweiligen Studienphasen. Hiervon wurde ein Maßnahmenkatalog abgeleitet, welcher Handlungsempfehlungen zum Umgang mit den jeweiligen Diversity-Dimensionen vorschlägt. Die folgende Grafik veranschaulicht die Ergebnisse.

 

 

Hinsichtlich der Orientierungsphase sind beispielsweise eine zielgruppenorientierte Darstellung der Informationen zum Studiengang in Flyern oder im Internet sowie das Angebot eines entsprechenden Beratungsservices entscheidend. In der Bewerbungs- und Eingangsphase ist die Gestaltung des Bewerbungsprozesses sehr bedeutsam. Darüber hinaus sind aber auch Vor- bzw. Brückenkurse sinnvolle Maßnahmen, um in dieser Phase der Diversität der Studierenden gerecht zu werden. In der Phase der Lehre müssen sowohl auf organisatorischer Ebene als auch bezüglich der inhaltlichen und didaktischen Gestaltung einige Aspekte berücksichtigt werden. Einerseits soll auf die Studierbarkeit trotz Berufstätigkeit (z.B. Abend- und Wochenendseminare bzw. Blended Learning Ansätze) geachtet werden, andererseits müssen die Lehrenden aber auch auf eine ggf. neue Studierendengruppe vorbereitet werden, um so die passenden Inhalte sowie Lehrformate auswählen zu können. In der letzten Phase – der Studienabschlussphase-  spielen unter Anderem eine flexible Prüfungsgestaltung aber auch Angebote zur Unterstützung bei der Rückkehr in den Arbeitsalltag eine bedeutende Rolle.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Diversity-Management immer aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden muss. Auf diese Weise kann eine durchgängige Umsetzung sichergestellt werden. Neben den Bedürfnissen und Herausforderungen der Studierenden muss auch die Sensibilisierung der Lehrenden bedacht werden. Hierzu ist es ausschlaggebend, dass auf Management-Ebene ein klares Verständnis von Diversity vorherrscht. Abschließend lässt sich festhalten, dass übergreifend über alle Phasen im Studienverlauf der Betreuung von Studierenden und Lehrenden eine entscheidende Bedeutung bei der Umsetzung von Diversity-Management zukommt. Darüber hinaus benötigt man einen Change-Management Prozess an den Hochschulen vor allem aber in der Einstellung der beteiligten Personen gegenüber Heterogenität.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der FOM.