“Chief Technology Manager: Data Scientist und Prozessexperte in Personalunion“

Unternehmen stehen heute zunehmend vor der Herausforderung, Produktions- und Geschäftsprozesse agiler zu gestalten, um schnell und flexibel auf neue Technologien und verändernde Kundenanforderungen reagieren zu können. Grundlage hierfür sind unter anderem Daten, die durch die Vernetzung von Sensorik und IT in Echtzeit generiert und analysiert werden können – vorausgesetzt, das Management ist in der Lage, Big Data als Entscheidungsbasis zu nutzen, um Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle zu optimieren. Dabei ist entscheidend, dass die Führungskräfte sowohl über Daten- als auch über Prozesswissen verfügen – zwei Welten, die die neue Rolle des Chief Technology Managers miteinander vereint.

Engineering Durch die zunehmende Digitalisierung werden Produktionsabläufe und Supply Chain transparenter. Wo bis vor wenigen Jahren langwierige Datenanalysen erforderlich waren, sind Big Data-Analysen und Optimierungsmaßnahmen mittlerweile in Echtzeit möglich. Auch die interne und externe Kommunikation verändert sich durch den Einsatz von sozialen Medien und Messenger-Diensten. Diese Entwicklung stellt Unternehmen vor die Aufgabe, smarte Produkte und Services zu entwickeln und die Produktion zu dynamisieren, um auf individuelle Kundenwünsche eingehen zu können.

„Die Digitalisierung fordert der Industrie ein hohes Innovationstempo ab. Um im digitalen Industriezeitalter wettbewerbsfähig zu bleiben, muss das Management über Kompetenzen zur Generierung, Verknüpfung, Auswertung und Nutzung großer Datenvolumina verfügen“, erklärt Toni Drescher, Leiter Technologiemanagements am Fraunhofer IPT und Direktor des INC Invention Centers. „Hierfür allerdings einfach ein paar Big Data Scientists einzustellen, greift zu kurz. Profundes Prozess-Know-how ist ebenfalls erforderlich; sonst können die Daten nicht dazu genutzt werden, um Produktions- und Geschäftsprozesse zu optimieren.“

 

Da es an Führungskräften fehlt, die diese beiden Welten vereinen, bietet die RWTH International Academy und das INC Invention Center in wissenschaftlicher Kooperation mit der Fraunhofer-Gesellschaft den Zertifikatskurs „Chief Technology Manager“ an. Der fünftägige Kurs richtet sich an das mittlere und gehobene Management mit Technologiehintergrund. Die Weiterbildung dient dazu, Führungskräfte dazu zu befähigen, die Agilität ihres Unternehmens zu steigern und Daten zur Entwicklung von Produkten, Dienstleistungen und zur Prozessoptimierung zu nutzen. Um die Schulungsinhalte aktuell zu halten, wurde eine Community ins Leben gerufen, in der sich 36 Unternehmen regelmäßig und rund 300 Partnerfirmen in unregelmäßigen Abständen mit Neuerungen im Technologie- und Innovationsmanagement auseinandersetzen und Technologietrends diskutieren.