Ein Interview mit Sibylle Gaßner

Hallo, Joseph! – Wie man Joseph von Fraunhofer in die Zukunft holt

30.10.2019

Seit diesem Jahr kann man über verschiedene Messengerdienste mit Joseph von Fraunhofer kommunizieren. Wie das geht? Sibylle Gaßner von der Fraunhofer Zentrale erzählt im Interview mehr über das Jubiläumsprojekt »Hallo, Joseph!«

Wie ist die Idee für das Projekt Hallo Joseph entstanden?

Sibylle Gaßner: Die Grundidee ist, dass sich der Namenspatron der Fraunhofer-Gesellschaft auf eine Zeitreise in das Jubiläumsjahr 2019 begibt und die Nutzerinnen und Nutzer ihn dabei begleiten können. Wir feiern das 70-jährige Bestehen der Fraunhofer-Gesellschaft unter dem Motto »70 Jahre Fraunhofer. 70 Jahre Zukunft. #WHATSNEXT«. Ein guter Grund, den historischen Joseph von Fraunhofer, der sich schon vor 200 Jahren einen Namen als Erfinder und Unternehmer gemacht hat, auf Zeitreise zu schicken und mit ihm zusammen auf Tour zu gehen. Antrieb und Grund für die fiktive Zeitreise ist die Neugierde von Joseph von Fraunhofer auf die Zukunft. Er will wissen, was aus seinen Erfindungen und den Erfindungen seiner Zeit geworden ist. Wo könnte er die Antworten besser finden als bei der Fraunhofer-Gesellschaft?

 

Welche Aufgaben übernimmst Du bei dem Projekt?

Sibylle Gaßner: Im Mittelpunkt steht das Erzählen von sympathischen und zugleich lehrreichen Geschichten rund um unseren Namenspatron, sowie die Vermittlung interessanter wissenschaftlicher Themen. Wir haben ein Team, das abwechselnd das Posting und Monitoring übernimmt. Neben diesen täglichen operativen Aufgaben gehört auch die Koordination der Kampagne zu meinen Aufgaben.

 

Welche Technologien stecken hinter dieser Anwendung?

Sibylle Gaßner: Wir arbeiten mit einer redaktionellen Software, die uns hilft, über Meldungen und eingegangene Nachrichten und Fragen den Überblick zu behalten. Wie bei allen Social-Media-Kanälen stehen Interaktion und Dialog im Vordergrund des Formats. Ein wesentlicher Unterschied: Bei diesem Projekt können nur wir die Fragen und Antworten der Abonnentinnen und Abonnenten sehen, weil es ein persönlicher Chat ist.

 

Worüber berichtet Joseph?

Sibylle Gaßner: Das ist sehr vielfältig. Zum Beispiel war er in seiner alten Wirkungsstätte in Benediktbeuern, wo er seinerzeit eine moderne optische Glasfabrikation aufgebaut hat. Dort hat er sich angeschaut, wie sich die Örtlichkeit verändert hat, und erzählt, an welchen Themen er damals gearbeitet hat und wie heute der Stand der Forschung dazu ist. Außerdem war er bei der Hannover Messe, beim Festakt zum Gründungstag der Fraunhofer-Gesellschaft am 8. Mai und bei der Jahrestagung 2019 dabei. Zu all diesen Themen schickt er regelmäßig Bilder oder Videos, schreibt über seine Erfahrungen und antwortet auf Fragen, die ihm gestellt werden.

 

Was denkst Du würde Joseph von Fraunhofer von der Fraunhofer-Gesellschaft halten?

Sibylle Gaßner: Das weiß ich ziemlich genau, denn das hat Joseph von Fraunhofer in seinen Messenger-Nachrichten schön öfter erwähnt. Er ist begeistert, was Forscherinnen und Forscher knapp 200 Jahre nach seinem Tod in seinem Namen leisten.

 

Was begeistert Dich persönlich an dem Projekt?

Sibylle Gaßner: Die überdurchschnittlich hohe Interaktion macht das Projekt sehr lebendig – jede dritte Nachricht, die innerhalb des Kanals verschickt wurde kam von den Nutzerinnen und Nutzern selbst. So ist in den vergangenen Monaten ein angeregter Dialog sowohl mit Fraunhofer-Mitarbeiterinnen und –Mitarbeitern als auch mit der breiten Öffentlichkeit entstanden. Entsprechend haben wir auch eine hohe Nutzerbindung beobachtet: Wer sich einmal mit Joseph angefreundet hat, bleibt ihm treu.

 

Wenn auch Sie mit Joseph von Fraunhofer chatten wollen, finden Sie hier alle weiteren Informationen.