International Data Spaces – Ein Interview mit Joshua Gelhaar

26.9.2019

Innovation in Geschäftsökosystemen findet zunehmend durch den unternehmensübergreifenden Austausch von Daten statt. Bei der Bereitstellung von Daten sehen sich die Erzeuger*innen und Besitzer*innen der Daten jedoch oftmals der Gefahr ausgesetzt, die Kontrolle und damit den strategischen Wert ihrer Datenressourcen zu verlieren. Die Folge hieraus ist, dass das Teilen von Daten bis heute nur eingeschränkt geschieht und somit die Potenziale von Datenökosystemen ungenutzt bleiben. Diesen Zielkonflikt adressieren die »International Data Spaces« (IDS), indem sie Datengeber*innen das Teilen von Daten unter Wahrung der Datensouveränität ermöglichen. Joshua Gelhaar vom Fraunhofer ISST, ist der Leiter dieses Projekts.

 

Herr Gelhaar, Sie sind für das Projekt »Datensouveränität und International Data Spaces« verantwortlich. Was ist das Ziel des Projekts?

Joshua Gelhaar: Die International Data Spaces (IDS) haben das Ziel eine Architektur und Technologien für einen sicheren Datenaustausch zu schaffen. Der im Projekt entwickelte IDS-Connector soll es ermöglichen an Daten Nutzungsbedingungen „anzuheften“, sodass der Datengeber stets die Souveränität über seine Daten behält.

Welche Aufgaben übernehmen Sie im Zuge des Projekts?

Joshua Gelhaar: Ich arbeite im Project Management Office (PMO) des Forschungsprojekts bzw. der Initiative. Hier leite ich das Arbeitspaket „Projektmanagement“ des vom BMBF geförderten Forschungsprojekts „InDaSpacePlus“. In diesem Kontext bin ich u.a. für die Planung von Telefonkonferenzen, Projekttreffen und Erstellung von Fortschrittsberichten verantwortlich.

Was sind die Potentiale von Datenökosystemen?

Joshua Gelhaar: Die zunehmende Menge an Daten, welche in Datenökosystemen im Fokus stehen, ermöglicht es Unternehmen neue Produkte und Services anzubieten. Diese Entwicklungen sind zum aktuellen Zeitpunkt noch am Anfang, weshalb alle Potentiale von Datenökosystemen noch gar nicht bekannt sind. Forschung und Wirtschaft sind sich jedoch einig, dass Daten weiterhin an Bedeutung als Wirtschaftsgut gewinnen werden und Unternehmen neue Konzepte und Technologie für die Nutzung dieser Potentiale benötigen.

Sie haben vorhin den sog. IDS-Connector erwähnt. Welche Vorteile bietet die »International Data Spaces«-Architektur?

Joshua Gelhaar: Die IDS-Architektur verfolgt einen dezentralen Ansatz, was bedeutet, dass die Daten der verschiedenen Teilnehmer*innen des Ökosystems ihre Daten nicht in einen zentralen Speicher geben müssen. Durch die Benutzung des IDS-Connectors zum Austausch von Daten, wird die Umsetzung von Datensouveränität gewährleistet. Diese Technologie könnte den Austausch von Daten revolutionieren.

Was begeistert Sie an dem Projekt?

Joshua Gelhaar: Im Projekt wird ein Standard geschaffen, den es so aktuell noch nicht gibt. So wird wirklich versucht die Zukunft mitzugestalten. Außerdem begeistert mich der Austausch zwischen den verschiedenen Fraunhofer Instituten und den Projektpartnern aus Industrie und Wirtschaft, welche an dem Projekt beteiligt sind.

Die Fraunhofer Academy bietet auch Schulungen für International Data Spaces an.

Joshua Gelhaar: Genau. Die Teilnehmer*innen haben nach dem Seminar ein Verständnis über verschiedene Architekturmuster für den Datenaustausch. Sie verstehen das Konzept Datensouveränität und die »International Data Spaces«-Architektur. Zudem kennen sie Technologien, Komponenten und Rollen im IDS-Ökosystem gemäß der aktuellen Referenzarchitektur und können eigene Use Cases beschreiben und definieren.

Und wenn man Interesse an so einer Schulung hat?

Joshua Gelhaar: Dann findet man hier mehr Informationen. Für weitere Fragen, können sich Interessent*innen auch persönlich bei mir melden.