Ein Interview mit Jeanette K. Weichler

Was die Bildungsallianz mint.online so besonders macht

11.7.2019

Jeanette Kristin Weichler Mag.Sc. ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. Von Anfang an hat sie bei der Bildungsallianz mint.online mitgewirkt.

Wie kam es zu "mint.online"?

Jeanette Kristin Weichler: Mint.online war ein von 2011 bis 2017 vom BMBF gefördertes Verbundprojekt im Wettbewerb "Freiräume für Bildung: Offene Hochschulen". Das Ziel des Projekts war es deutsche Hochschulen mit Studienprogrammen auf dem bislang vor allem durch anglo-amerikanische Hochschulen dominierten Weiterbildungsmarkt erfolgreich zu platzieren. Hierbei stand der Fokus auf MINT-Fächern, um dem dort herrschenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

 

Wer macht bei der "Bildungsallianz mint.online" mit?

Weichler: Nach Ende des Verbundprojekts stellte sich die Frage, wie es weitergehen soll. Gemeinsam entwickelten die Partner des Projekts die Idee der Bildungsallianz, formulierten in einem demokratischen Prozess die Ziele und begründeten die "Bildungsallianz mint.online". Partner der Bildungsallianz sind heute 8 Universitäten, 2 Hochschulen, 7 Fraunhofer-Institute und 2 Forschungszentren.

 

Was ist Ihre Aufgabe in der Bildungsallianz?

Weichler: In der Bildungsallianz bin ich die Vertreterin des Partners Fraunhofer ISE. Zudem habe ich bei der letzten DGWF-Frühjahrstagung Roman Götter für die Bildungsallianz mint.online vertreten. Dabei hielt ich einen Vortrag über Beispiele für Innovative Kooperationen.

 

Warum liegt Ihnen das Projekt am Herzen?

Weichler: Ich habe zuerst im Verbundprojekt „Freiräume für wissenschaftliche Weiterbildung“ das Teilprojekt für das Fraunhofer ISE geleitet. Während der Projektlaufzeit haben sich das Verbundprojekt "Freiräume für Bildung: Offene Hochschulen" und das Verbundprojekt „mint.online“ untereinander vernetzt und ausgetauscht. Bei diesen Vernetzungstreffen war ich als Vertreterin für Freiburg dabei.

Nachdem beide Projekte endeten sind das Fraunhofer EMI, das Fraunhofer ISE und die Technische Fakultät der Universität Freiburg der Bildungsallianz beigetreten. Somit habe ich mint.online schon von Beginn an miterlebt und -gestaltet, weshalb mir das Gelingen des Projekts sehr am Herzen liegt.

Außerdem schätze ich die Möglichkeit mich informell, vertrauenswürdig und auf exzellentem fachlichen Niveau mit anderen Experten auszutauschen und die Beratung basierend auf mannigfaltigen Erfahrungen und Spezialisierungen in den unterschiedlichsten Bereichen/Themen des Netzwerks in Anspruch nehmen zu können. Ich kann mit den Partnern gemeinsame Lösungen suchen, wir können uns gegenseitig in der Vermarktung stärken. Dadurch muss ich nicht alleine für alles "das Rad neu erfinden".

Ich denke eine solche Allianz, die sich Universitäts-, Hochschul- und Forschungseinrichtungsübergreifend und bundesweit über die Bundesländergrenzen hinweg gebildet hat ist keine Selbstverständlichkeit. Der Wille und das Engagement von allen Beteiligten sind einzigartig und bestärkt mich darin meinen Teil zum Gelingen und zur Stabilität der Bildungsallianz beizutragen.

 

Was ist für die Zukunft geplant?

Weichler: Das Ziel der Bildungsallianz mint.online ist es, ein bundesweites Netzwerk im MINT-Bereich aufzubauen und zu erhalten. Die Themenschwerpunkte liegen hierbei auf Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit. Deshalb planen wir für die Zukunft weiterhin auf Kompetenzbündelung und Wissensaustausch zu setzen. Wir möchten Innovation vor allem durch praxisnahe Weiterbildungen fördern. Auch ist unser Ziel die einzelnen Universitäten und Institute noch besser zu verzahnen; so soll beispielsweise die Anrechnung der in der Weiterbildung erzielten Leistungen vereinfacht werden.

Ich sehe großes Potenzial, dass in der Bildungsallianz erstmalig ein so vielfältiges und institutionsübergreifendes Angebot zu den wichtigsten Themen in Deutschland entwickelt und angeboten wird. Wir können dadurch der Weiterbildungslandschaft jetzt und auch in Zukunft ein zielgruppengerechtes Angebotsportfolio liefern. Uns das nicht nur formatunabhängig, sondern auch noch deutschlandweit verteilt. Dies zu begleiten und mitzugestalten macht mir wirklich große Freude.

 

 

Jeanette Kristin Weichler Mag. Sc. ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. Sie leitet Forschungs- und Entwicklungsprojekte vorwiegend im Bereich der wissenschaftlichen Weiterbildung und des Wissenstransfers von der angewandten Forschung in die Praxis. Zudem koordiniert sie die Zertifikatsweiterbildungsangebote "Energiesystemtechnik" und weitere Kurse des Fraunhofer ISE und leitet die Regionalvertretung der Fraunhofer Academy in Freiburg.

Schwerpunkt ihrer Arbeit und Forschung bilden folgende Themen: Projektmanagement und Kollaboration, Wissenschafts- und Bildungsmanagement, Wissenstransfer, Aufbau von Kooperationsstrukturen, Internationalisierung, Entwicklung von berufsbegleitenden Angeboten, Aufbau einer Fraunhofer Lernplattform (ILIAS), zielgruppengerechte Didaktik und Evaluation.