Autorin: Eva Poxleitner

Apps erstellen leicht gemacht

5.8.2016

Selbst eine eigene App erstellen? Wie macht man das am besten? Erleben Sie mit uns diesen Schaffensprozess auf den Lern- und Erlebniswelten unser Open Conference #DIGITAL IST BESSER.

Hierzu verwenden Sie unser mobiles Lernmanagementsystem iAcademy. Die Software iAcademy wurde von der Fraunhofer-Gesellschaft in Zusammenarbeit mit Ziemann.IT entwickelt und wird im Rahmen des BMBF-Programms »Aufstieg durch Bildung – offene Hochschulen« weiterentwickelt.

iAcademy besteht aus drei Teilen:

  1. einer App für Tablets und Smartphones,
  2. einer Autor/innensoftware für die Erstellung der Lerninhalte,
  3. einem Web-Portal für Download und Administration von Kursdateien.

Der übliche Prozess bei der Entwicklung mobiler Lerneinheiten besteht für uns aus folgenden vier Phasen:

  1. Planung und Analyse
  2. Entwurf
  3. Umsetzung
  4. Evaluation

Als Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Open Conference möchten wir Ihnen einen kleinen Einblick in diese vier Phasen ermöglichen.

 

App-Erstellung Phase 1: Planung und Analyse

Die Phase 1 umfasst die Planung und Analyse in Vorbereitung für die Erstellung einer Lern-App - Doch was heißt das ganz konkret?

Sie haben beispielsweise ein (Lehr-)Skript und möchten daraus gerne eine App gestalten. Eine Möglichkeit wäre es jetzt die einzelnen Kapitel Ihres Skripts zusammenzufassen und aus ihnen einzelne Module zu generieren. Sie können dann am Ende jedes Moduls auf das passende Kapitel in Ihrem Vorlesungsskript verweisen. Zusätzlich können Sie Module durch Lernzielkontrollen (Quiz, Zuordnungsspiel) ergänzen. Am Ende schließen Sie Ihre App mit einem Assessment ab, dessen Ergebnisse Sie sich zuschicken lassen.

In Phase 1 lernen Sie außerdem, wie Sie Digitalisierungspotentiale erkennen können. D.h. Sie ermitteln innerhalb eines Beispiels welcher Inhalt sich für die Umsetzung in eine App lohnt. Hier rentiert es sich beispielsweise im Hochschulkontext eine Lehrveranstaltung mit hohem Standardisierungspotenzial zu identifizieren, die curricular verankert und häufig angeboten wird. Aus dieser Lehrveranstaltung kann wiederum eine Vorlesung ausgewählt werden, die im besten Fall in hohem Maße standardisiert ist und möglicherweise kursübergreifend verwendet werden kann. Hier ist darauf zu achten, dass mit der App und ihren digitalen Elementen ein Mehrwert im Vergleich zur reinen Präsenzlehre erzielt werden kann. Eine Vorlesung ist möglicherweise noch zu umfangreich, um als Ganzes umgesetzt zu werden. Hier kann wieder eine Schärfung stattfinden, indem aus der Vorlesung ein Thema ausgewählt wird, dass in Präsenz eventuell schwieriger zu vermitteln wäre.

App-Erstellung Phase 2: Entwurf einer Lernlandkarte

In Phase 2 lernen Sie verschiedene Entwurfszenarien wie visuelle Storyboards kennen und erfahren so wie Sie Ihre Inhalte optimal segmentieren und sequenzieren können.

Zur Aufteilung der Lernmodule in unserer mobilen Lernplattform iAcademy nutzen wir die visuelle Repräsentation der Lernlandkarte. Auf dieser sind die einzelnen Lerninhalte der Module räumlich angeordnet.

Hier verwenden wir häufig die »10er-Regel«. Das heißt wir verwenden auf der Lernlandkarte am besten maximal 10 Module und innerhalb der Module beschränken wir uns auf höchstens 10 Seiten. Mit dieser 10er-Regel bleiben die Lernapps übersichtlich und die Lernenden können die App in kleinen Häppchen genießen.

App-Erstellung Phase 3: Gestalterische und technische Umsetzung

In Phase 3 geht es in die gestalterische und technische Umsetzung. Hier möchten wir Ihnen unter anderem zeigen, wie Sie an frei verfügbare Bildungsmaterialien (Open Educational Resources - OER) kommen und Ihre eigenen Materialien damit ergänzen können.

Beispielsweise können Sie über folgende Suchmachine Bilder, Musik und Videos auf diversen Plattformen finden, die der Creative Commons Lizenz unterliegen. So erlaubt beispielsweise die Bilddatenbank pixabay die freie kommerzielle Nutzung von Bildern ohne Bildnachweis. Mehr zu den unterschiedlichen Creative Commons Lizenzen finden Sie hier.

Wenn Sie Materialien selbst erstellen, kann es schon an dem Fehlen von Standardsoftware liegen, dass Sie hier eingebremst werden. Es gibt jedoch bereits viele kostenlose Tools, die hier als adäquater Ersatz dienen können. Beispielsweise kann statt dem kommerziellen Bildbearbeitungsprogramm Photoshop (aus der Adobe Creative Suite) das kostenfreie Programm Gimp genutzt werden. Im Folgenden finden Sie dazu einige Links zu Einsteiger-Tutorials.

Auch können Sie sich unter Anleitung an unserem Autorensystem versuchen. Einen kleinen Einblick können Sie sich schon jetzt über folgendes Lehrvideo verschaffen:

https://www.youtube.com/watch?v=1V40QX82ZV4

App-Erstellung Phase 4: Evaluation und Tests

In Phase 4 können Sie sich als App-Tester betätigen und lernen, wie Sie bestehende Apps auf Verbesserungspotentiale untersuchen können.

Unsere 4-Phase Modell ist kein rein lineares Modell. Nach der Umsetzung der App folgt mit der Evaluation ein erster Test mit zukünftigen Nutzern. Dies müssen nicht viele sein, schon mit fünf Testnutzern werden die meisten Schwachstellen erkannt. Die Rückmeldungen, die Sie hier erhalten, können in eine Überarbeitung Ihrer App miteinfließen. So ergibt sich ein iteratives Modell, bei der Sie für Verbesserungen wieder in frühere Phasen zurückspringen.

 

Wir freuen uns Sie als zukünftige App-Entwickler/-Innen auf unser Open Conference #DIGITAL IST BESSER am 10. November 2016 in Berlin begrüßen zu dürfen.