OSINT im Rahmen des digitalen investigativen Journalismus

Die Analyse von personenspezifischen Informationen eröffnet aufgrund einer Vielzahl frei zugänglicher Informationsquellen viele potentielle Möglichkeiten, aber auch damit verbundene Gefahren für den modernen Experten im digitalen journalistischen und medialen Bereich. So stellt die Aggregation aussagekräftiger persönlicher Informationen eine Herausforderung dar. Der Grund ist durch datenschutzrechtliche Restriktionen gegeben, welche einen vollständigen Zugang zur Informationsquelle untersagen. Erst das Zusammentragen von Informationen aus allen zugänglichen Quellen wie z.B. sozialen Netzwerken, Foren, Datenbanken, Chats und Emails ermöglicht eine Ableitung korrelierter personenspezifischer Informationen und deren Prüfung auf Konsistenz. Die Open Source Community stellt Alternativen zu kommerziellen forensischen Analysewerkzeugen zur Verfügung.

Das Seminar im Überblick

Termin 19.07.2017. - 20.07.2017 (Anmeldung bis: 04.07.2017)
Dauer 2 Tage Präsenz 
Kurssprache  Deutsch 
Lernziel  Die Teilnehmenden werden befähigt im Umgang mit dem Betriebssystem Kali-Linux und Open-Source Werkzeugen zur Informationsaggregation und –auswertung personenspezifischer digitaler Spuren. Den Teilnehmenden soll ein umfangreiches Verständnis darüber vermittelt werden, einzelne Prozessketten für das Informationsgathering zu realisieren.
Zielgruppe  Das Modul richtet sich gezielt an Personen aus journalistischen und medialen Bereichen.
Vorraussetzungen  Problemloser Umgang mit dem PC.
Minimale Teilnehmerzahl  10 Teilnehmende 
Maximale Teilnehmerzahl  20 Teilnehmende 
Veranstaltungsort  Hochschule Mittweida, Technikumplatz 17, 09648 Mittweida 
Teilnahmegebühr  1.200€ 

Im Rahmen dieses Moduls werden neben Grundlagen im Umgang mit dem Betriebssystem Kali-Linux, umfangreiche Kenntnisse in der Handhabung von Werkzeugen für das Informationgathering, Social Engineering sowie Vorgehensmodelle zur Informationsgewinnung und Analyse im DarkNet vermittelt. Hierbei liegt der Fokus auf gezielten personenspezifischen Investigationen. Innerhalb dieses Moduls lernen die Teilnehmer  digital-forensische Vorgehensmodelle und -strategien und deren praktische Einsatzmöglichkeiten kennen

Prof. Dr. rer. nat. Dirk Labudde:

Dirk Labudde ist seit dem Jahr 2009 Professor an der Fachhochschule Mittweida. Er erhielt sein Diplom im Jahr 1993 sowie seinen Doktortitel im Bereich der theoretischen Physik im Jahr 1997 an der Rostocker Universität. Nebenbei absolvierte er ein Studium der Medizinphysik an der Universität Kaiserslautern. Dirk Labudde arbeitete später als Dozent und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Medizinischen Fakultät für Neurochirurgie in Neubrandenburg, am Leibnitz-Institut für Molekulare Pharmakologie in Berlin, an der Technischen Universität München und Technischen Universität Dresden. Neben seiner Professur für Bioinformatik erhielt Dirk Labudde eine weitere Professur für Forensik im Jahr 2014. Seine Forschungsschwerpunkte sind Algorithmen und Berechnungsmethoden in der (digitalen) Forensik und der strukturellen Bioinformatik, was ihm bis zum heutigen Tage über 300 Publikationen erbracht hat. Des Weiteren ist seine aktuelle Forschungstätigkeit im Bereich der Forensik eng geknüpft zu Kooperationspartnern wie dem Bund Deutscher Kriminalbeamter, dem LKA Thüringen und den Polizeidirektionen Chemnitz.